Thema:
Gottesbegnung: etwas was uns passiert, wenn wir am Wenigsten damit rechnen und das niemand wirklich erklären kann. Aber es ist etwas, was uns fundamental verändert. In seiner Gegenwart
Gotteserfahrung: Die Erfahrung seiner Gegenwart, das Wissen um die Begegnung mit Ihm,
Gottesbeziehung: das ständige Gespräch mit Ihm suchen, seine Anwesenheit vermissen, seine Gebote halten wollen, den eigenen freien Willen Ihm als Altaropfer darbringen. Diese Beziehung aber lebt von Gegenseitigkeit: Wir öffnen uns Ihm gegenüber, dafür lernen wir von Ihm in seiner Gegenwart zu bestehen. Ablenkungen sind Gift, suche die Ruhe in deiner inneren Mitte. Nicht oberflächlich oder zwischen zwei Terminen, suche sie in Schichten. Je mehr du dich von der Welt entfernst, umso mehr näherst du dich deiner Mitte. Das geht Schritt für Schritt, in deinem eigenen Tempo. Und es dauert länger, wenn du dich in der Welt aufhälst. Nutze die Erfahrung von Katharina von Siena, nutze und übe ihr Bild der inneren Zelle. Und lasse die Ablenkungen dich nicht immer wieder fangen. Du brauchst all das nicht! Es zerstreut dich nur. Bete und mache dir seine ständige Gegenwart bewusst. Es heisst ja nicht umsonst Übung. Kein Meister ist je vom Himmel gefallen. Im Gegenteil, unser Meister ist im Himmel und willst du Ihn erreichen, musst du üben Ihm geistiger Weise zu begegnen und zu erkennen wenn du Ihm begegnest.
Gottesgegenwart: Da unser Geist überaus träge ist, folgt die Erkenntnis Seiner göttlichen Gegenwart immer der tatsächlichen Begegnung. Wie der Donner dem Blitz folgt. Und der Verstand ist bei jeder dieser Begegnungen das Tor. Ist es offen, und ist das Innere rein, kann Er leicht zu uns kommen oder uns finden und ein Geschenk hinterlassen. Aber nie würde die Erkenntnis seiner göttlichen Gegenwart über die Grenzen unseres Verstandes gehen. So wie es die Heilige Gertrud die Große von Helfta in dem Kapitel von der göttlichen Mäßigung beschreibt.
Haben wir unser Inneres Schritt für Schritt und Schicht für Schicht gereinigt, von den Einflüssen der äußeren Welt abgelöst oder weggelockt, unseren Blick auf uns, in uns gerichtet genauso wie auf die Worte der Schrift, können wir natürlich Denjenigen nicht übersehen, der sich darüber freut, in uns eine Seele zu finden die Er als Gast gern besucht, und wir sehen Denjenigen, der sich darüber freut, dass wir so auf unser Inneres Acht geben und darauf Acht haben es immer von Einflüßen der Welt frei zu halten und nach Wegen suchen, dieses Innere weiter und gründlicher zu reinigen, nach Möglichkeiten suchen, das Tor noch weiter zu öffnen, uns noch weiter seinem Blick zu öffnen und danach trachten, den Blick immer auf unseren Gast gerichtet zu halten, den wir eigentlich nicht aus uns vertreiben können, der aber zu höflich ist, um unsere Aufmerksamkeit gegen unseren Willen zu beanspruchen. Sieht Er, dass wir mit der Welt beschäftigt sind, wird Er geduldig einen Schritt zurücktreten, darauf wartend, dass wir den Blick wieder zu Ihm aufheben und Ihn zu betrachten suchen.
Beginnen wir irgendwann, zu Ihm zu sprechen, wenn zunächst auch unbeholfen und in vorgeformten Gebeten, ist dies doch eine gute Übung, freier im Umgang mit Ihm zu werden. Wir können lernen, unsere Gedanken Ihm zu öffnen indem wir uns an seine Güte und Liebe erinnern, von der Jesus von Nazareth ein lebendiges Zeugnis ablegt. Er lädt uns ein, an seinem Leben Anteil zu nehmen, über seine Worte und Wege nachzudenken und mit Ihm den Vater im Himmel zu suchen. Aber je mehr wir danach trachten, dem Weg Jesu zu folgen, umso fremder scheint uns die Welt zu werden in der wir uns bisher bewegt haben, und wir ihr.
Denn wie in der Schrift geschrieben steht dass niemand zwei Herren gleichzeitig dienen kann, so beginnen wir, wenn wir uns entschieden haben Jesus nachzufolgen, von der Welt, deren Verlockungen im Licht der Wahrheit nur Schaum und Schein sind, abzuwenden. Und wir beginnen, uns dem Licht der Wahrheit zuzuwenden. Dem Licht, das in Jesus von Nazareth auch nach 2000 Jahren leuchtet wie in keinem Menschen vor oder nach Ihm, wie heilig dieser Mensch auch gelebt haben mag, dem reinen Lichte Jesu kommt niemand gleich.
Wir stehen mit großer Achtung an seiner Seite und bemühen uns, dank der Gnade Gottes und im Bewusstsein unserer eigenen schwachen menschlichen Natur seinen Schritten zu folgen. Indem wir uns über sein Wort austauschen, bleibt es in uns lebendig. Indem wir Ihm Obdach in unseren Gedanken, in unserer Seele gewähren, lebt das Wort, lebt Jesus in uns.
